„Ein unheimlich gemütliches Schloss“
Adlige Besucherinnen genossen den Abschluss des kulinarischen Wettstreits
„Von und zu lecker“

Sechs Wochen lang waren sie gemeinsam unterwegs, reisten im komfortabel ausgestatteten alten Bus quer durch West-und Norddeutschland. Sie haben sich gegenseitig auf ihre Schlösser und Herrensitze eingeladen – und immer bestens gespeist.

Zum Abschluss des kulinarischen Wettstreits „Von und zu lecker“, der zu sehen war am Mittwoch abend imWDR- Fernsehen, trafen sich die adligen Köchinnen auf Schloss Rheder, willkommen geheißen von der Hausherrin Zum WDRGabriele Freifrau Spiegel von und zu Peckelsheim, ihrem Ehemann Elmar und Sohn Ferdinand-Moritz.
Ein Glas Champagner lockerte die Stimmung bei der Anreise auf.
„Wir haben Hunger, Hunger, Hunger . . .“, sangen die Besucherinnen, als sich der Bus Brakel näherte.

Sie habe sich „schwer getan mit der Entscheidung“, an dem Kochwettbewerb teilzunehmen, gesteht Leonore Freifrau von Falken-hausen, die Gastgeberin war auf Gut Holzhausen. Wegen der netten Bekanntschaften und interessanten Gespräche wertet sie ihn nachträglich als positives Erlebnis.

Ein letztes Mals tießen sie an vor einem gemeinsamen Mahl. „Ein bisschen Wehmut schwingt mit“, meinte Antje Gräfin zu Rantzau, die auf Gut Pronstorf in der Holsteinischen Schweiz residiert. Die Vorbereitung des Drei- Gänge-Menüs, das Freifrau von Spiegel für ihre Gäste zubereitete, konnten die Fernsehzuschauer am Bildschirm miterleben. Ein Fenster der Schloss-küche gibt den Blick frei in das repräsentative Treppenhaus, wo den erwartungsvollen Konkurrentinnen köstliche Düfte entgegen schlugen.

Die Komposition der Speisefolge verriet die bayerische Herkunft der Herrin auf Schloss Rheder.
Der Schweinebraten wurde mit Senf mariniert, die Soße mit Jubiläumsbier aus der schlosseigenen Brauerei abgelöscht. Nichte Christina half, den Weißkohl in den Topf mit Butterschmalz und Zwiebeln zu füllen und den Strudelteig mit Äpfeln und Nüssen aus dem eigenen Garten zu bedecken.

„Ich koche gerne“, bekennt Gabriele von Spiegel. Ein Kochbuch benötige sie nicht, das Improvisieren sei ihre Spezialität.
Während der Tisch im prunkvollen Speisezimmer mit handbemaltem Porzellan, kostbarem Tafelsilber und den mit Monogramm und Krone verzierten alten Servietten gedeckt wird, nutzen die Besucherinnen die Wartezeit
für einen Rundgang.

Hausherr Elmar von Spiegel geleitet sie durch den in die Landschaft eingebetteten Park, zeigt ihnen das Chinesenkabinett, die Schlosskapelle. „Ich bin sehr begeistert“, sagt Öne Freifrau von Lancken, die zuhause ist auf einem AnwesenamRande der Lüneburger Heide, „es ist ein unheimlich gemütliches Schloss“. Auf der festlichen Tafel liegen neben den Gedecken die Bewertungskarten, auf denen die Teilnehmerinnen des Kochwettstreits die Punkte für die servierten Speisen notieren.

Welches Menü wird am besten bewertet?
Die Messlatte sei hoch, meint Gabriele von Spiegel: „Alle haben gut und interessant gekocht.“ Der Moment der Entscheidung ist gekommen, als Glücksbote Timothy Moores, Butler im Ruhestand, auf Schloss Rheder eintrifft und verkündet, wer in dem harten Kopf-an-Kopf-Rennen gewonnen hat.
Die Siegerkette geht an Tania von Schöning, Herrin auf Rittergut Remeringhausen im Landkreis Schaumburg.
Mit dem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro will sie Aktivitäten der heimischen Kirchengemeinde unterstützen.
Die beiden Adeligen aus dem KreisHöxter teilen sich punktgleich den zweiten Platz.


Sechs, die sichgutverstehen: Im alten Bus von Schloss zu Schloss reisten die Teilnehmerinnen des Kochwettbewerbs „Von und zu lecker“ (v.l.),
Leonore Freifrau von Falkenhausen, Gabriele Freifrau von Spiegel, Tania von Schöning,
Mariavom Hove,Öne Freifrau von der Lancken und Antje Gräfin zu Rantzau.

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